Champagne Gounel Lassalle, Chigny-les-Roses
Montagne de Reims
Hinter dem Namen Gounel Lassalle stehen Arnaud Gounel und Sophie Lassalle. Sie arbeiten als echtes Winzerpaar, nah am Weinberg und präsent im Stil.
Ihre Geschichte ist ein klarer Schritt in Richtung Eigenständigkeit. Nach Jahren mit Traubenlieferung an die Genossenschaft vinifizieren sie seit 2018 selbst. Seitdem entstehen die Cuvées im Haus, mit einem Fokus auf Parzellen und Charakter statt auf „glatt“ und gefällig.
Im Weinberg arbeiten sie nach „Viticulture Durable“. Das Gut trägt HVE und VDC. Begrünung läuft seit 2007. Sie verzichten auf chemische Herbizide und auf Insektizide. Das ist kein Marketing-Satz, sondern tägliche Arbeit für lebendige Böden und gesunde Reben.
Ihre Basis sind viele kleine Bausteine. Die Domaine spricht von 29 Parzellen, verteilt auf Premier-Cru-Dörfer wie Chigny-les-Roses, Ludes und Rilly-la-Montagne; dazu kommt Barzy-sur-Marne. Genau diese Vielfalt erklärt, warum die Weine Spannung und Tiefe zeigen, statt nur Frucht.
Im Keller führt Arnaud die Vinifikation selbst. Viel dreht sich um Parzellenarbeit; teils mit Ausbau im Holz, um Textur und Länge aufzubauen, ohne die Herkunft zu verdecken. Stilprägend ist die Entscheidung für Null Dosage. Du bekommst also Brut Nature, kompromisslos, präzise, sehr direkt. Einige Cuvées reifen zusätzlich mit tirage sur liège, also mit Naturkork in der Reifephase. Das bringt oft mehr Druck, mehr Feinheit in der Perlage und mehr Reifegefühl.
Was du im Glas erwarten darfst Klare Struktur und Zug. Kreidige Spannung statt süsser Breite. Reife, die sich über Textur und Länge zeigt, nicht über Zucker.

Esprit Voyageur
Der Name ist Programm. Arnaud Gounel und seine Frau Sophie Lassalle sind leidenschaftliche Reisende – ihr Verlangen nach Freiheit und Abenteuer wollten sie in ihren Champagnern ausdrücken. Das Ergebnis ist das Haus-Motto «Wine-Rider». Der Esprit Voyageur ist die Visitenkarte dieses Hauses – frei, abenteuerlustig, unverwechselbar.
Gegründet 1870, bis 2018 in der Kooperative – dann der Schritt in die Eigenständigkeit. Seither erzeugt Arnaud Gounel in der Vierter Generation Premier-Cru-Champagner aus 5 Hektar Weinbergen rund um Chigny-les-Roses. 63 % Meunier, 27 % Chardonnay, 10 % Pinot Noir. Assemblage. Premier Cru. Brut Nature. Alle Champagner des Hauses sind undosiert – ein bewusstes Bekenntnis zum unverfälschten Terroirausdruck.
Im Glas: ein strohgoldenes Gelb mit feiner, eleganter Perlage. Die Nase ist komplex und nuanciert: Geissblatt, Aprikose, schwarze Johannisbeere, Butterblume, weiche Kreide, Akazie, Apfel-Mandel, Birne-Quitte. Frische Himbeere und Zitrus werden durch Honig, Haselnuss und Lebkuchen unterstrichen – eine breite, reiche Aromenpalette, die die Ausdrucksstärke aller drei Rebsorten zeigt.
Am Gaumen: der Auftakt ist geschmeidig und frisch, mit einem Hauch reifer, üppiger Frucht. Ein gastronomisches Geschmacksbild umhüllt Frucht und Gewürz – Lebkuchen, Geissblatt, Honig. Der Abgang ist anhaltend, reich und salin. Frisch, parfümiert, angenehm würzig – ein Champagner mit grosser Persönlichkeit und grosser Vielseitigkeit zu Speisenbegleitungen.
«Taucht ein», schreibt Arnaud über diese Cuvée. «Sie vermittelt die Aura unseres Weinguts, die Ausdrucksstärke unserer drei Rebsorten. Ihr seid hier bei uns – frei, abenteuerlustig, Botschafter unseres Erbes.»
Foodpairing: Diese vielseitige Assemblage passt zu einem Kürbisrisotto mit Salbei, zu Poulet Piccata oder zu einem Teller Gyoza mit Ingwer-Sojadip. Auch ein Brie de Meaux mit Honig unterstreicht die würzige Lebkuchen-Note wunderbar.

29 Parcelles
Neunundzwanzig Parzellen. Eine Farbe. Ein Champagner. «Zahlreiche Parzellen – wie zahlreiche Wege – wurden genommen, um diesen Premier-Cru-Rosé zu schaffen, würdig die Überzeugungen des Hauses zu verkörpern: frisch, zugänglich, im Terroir verwurzelt, immer Freude schenkend.»
100 % Meunier aus den 29 Parzellen des Hauses, mit 13,33 % Hausrotwein. Brut Nature, kein Dosage. Die Assemblage aller Lagen des Hauses in einer einzigen Rosé-Cuvée – ein Querschnitt durch das gesamte Terroir von Chigny-les-Roses und seinen Nachbargemeinden.
Im Glas: ein charakteristisches Bouquet aus Erdbeere, Mandarine und Nelke – lebhaft, aromatisch, mit einem Hauch Paprika-Gewürz, das überrascht und fasziniert.
Am Gaumen: rote Beeren, Orangen und eine ausgewogene Kreidigkeit mit leicht salzigem Abgang. Frisch, direkt, mit einer vinösen Textur, die dem Meunier zu verdanken ist. Der Rotweinanteil gibt dem Champagner Farbe und Substanz, ohne ihn zu beschweren.
Der 29 Parcelles Rosé ist der gesellige Champagner des Hauses – froh, offen, ohne grossen Anspruch auf Komplexität, aber mit dem unverwechselbaren Charakter aller Gounel-Lassalle-Weine: kein Dosage, klares Terroir, ehrliche Handschrift.
Der Wein spiegelt die Überzeugungen des Hauses: frisch, zugänglich, im Boden verwurzelt – und stets ein Grund zur Freude.
Foodpairing: Der gesellige Charakter passt zu Bulgogi vom Grill, zu einer Ente à l’Orange oder zu einem Teller Nasi Goreng mit Krevetten-Chips. Auch eine Käseschnitte mit Silberzwiebeln findet in der würzigen Paprika-Note einen guten Partner.

Les Noues
Es gibt wenige Champagner, die man nicht vergisst. Les Noues ist einer davon – und das sagen die Zahlen: 95 Punkte Decanter, 95 Punkte James Suckling, 95 Punkte Meininger’s Sommelier.
Ausgesprochen «Lee Nu». «Es trotzt Zeit und Blitz; es ist 180 Meter lang und wird stets als erstes geerntet: Ich habe die Parzelle selbst Les Noues genannt», schreibt Arnaud Gounel. 100 % Pinot Meunier, Jahrgang 2020, aus der Einzellage Les Noues in Chigny-les-Roses. Sehr alte Reben, gepflanzt 1968. Nur 420 Ar. Sandsteinboden, Feuersteinuntergrund. 1’596 Flaschen und 200 Magnums. Gärung und Reife in grossen Holzfässern und Barriques. Keine malolaktische Gärung. Dreimalige Bâtonnage. Kein Dosage.
Decanter urteilt: «Rote Apfelschalenaromatik vermischt sich mit Nougat und Korianderrahm – die Mousse elektrisch, aufsteigend mit wunderbarer Intensität und Verve. Der salin-saure Abgang ist episch. Eine Gaumenreiche Fülle perfekt ausgewogen durch lasergleiche Spannung.»
Im Glas: butterblumengelb mit zartgelben Reflexen, eine feine, gleichmässige Mousse. Die Nase beginnt mit mentholierter Frische – frische Minze, Eukalyptus – gefolgt von Zitrone, Orangenschale und Verveine. Dann, progressiv blühend: Quitte, Kräuterinfusionen, Wiesenblumen, Marzipan, Mandarine.
Am Gaumen: samtig, mit schöner Saftigkeit und Reichtum im Mund, vollem und mildem Salzcharakter. Schlank, rund, fruchtig, direkt, salin – mit einer schönen Länge. Der Fassausbau ergänzt und verstärkt die Qualitäten der Bodenschichten.
James Suckling: «Fantastischer und einzigartiger reiner Meunier-Champagner. Grapefruit, Pfirsichkerne, Sandelholz, Nelken – sogar exotisches Litschi und Orange. Lebendig, knochentrocken, zitrusfrisch, aufregend, mit langem, strahlendem Abgang.»
Foodpairing: Diese vielfach ausgezeichnete Cuvée verdient einen ebenbürtigen Tisch: Trüffelrisotto, ein Lammkarree mit Kräutern oder ein reifer Bergkäse. Auch zu einer Ente à l’Orange oder einem Teller Nasi Goreng zeigt sich die exotische Frucht überraschend passend.

