Rémy Lequeux Mercier
Rémy Lequeux-Mercier
Passy-sur-Marne liegt im Vallée de la Marne Ouest, dort, wo die Reben zwischen Wald und Fluss auf sanft geschwungenen Hängen wachsen. Die Geschichte der Familie an diesem Ort reicht zurück bis zu Urgrossvater Émile Mercier, einem Eisenbahner, der einst die ersten Reben pflanzte und damit den Grundstein für das legte, was Generationen später zu einem eigenständigen Haus werden sollte. Rémy hat das Haus Lequeux-Mercier von seinen Eltern übernommen und führt seither gewissermassen zwei Linien parallel weiter. Auf der einen Seite trägt er den Stil seiner Eltern fort, mit feinen Anpassungen in der Vinifizierung, doch stets im Respekt vor dem, was das Haus über Generationen geprägt hat. Auf der anderen Seite entwickelt er seine eigenen Parzellen-Champagner, mal im Stahl, mal im Holz ausgebaut, in denen sich seine ganz persönliche Handschrift zeigt. Es ist dieses Nebeneinander von Bewahren und Weiterentwickeln, das Rémy Lequeux-Mercier zu einem Haus mit zwei Gesichtern macht, ohne dass die beiden Linien je im Widerspruch zueinanderstehen. Seine Parzellen sind zudem konsequent nach Süden ausgerichtet, was den Reben ein Maximum an Sonne schenkt und den Trauben jene Reife verleiht, die den Weinen ihre charakteristische Fülle gibt.
Diese Sonnenausrichtung ist dabei nur ein Teil des Bildes. Was Rémy wirklich antreibt, ist seine Faszination für die unterschiedlichen Böden seiner Parzellen, für die feinen Nuancen zwischen Ton, Kalk und Sand, die sich am Ende jeweils ganz eigen in seinen Weinen widerspiegeln. Er begegnet seinem Terroir mit echter Neugier, fast wissenschaftlich in seiner Genauigkeit, und mit der Geduld eines Menschen, der weiss, dass jeder Boden seine eigene Geschichte erzählt, wenn man ihm nur zuhört. Präzision, Geduld und ein Anspruch auf höchste Qualität sind es, die ihn auszeichnen, in den Reben genauso wie im Keller. Nichts wird überstürzt, jede Cuvée bekommt genau die Aufmerksamkeit, die sie verdient, ganz gleich ob sie der elterlichen Linie folgt oder Rémys eigener Feder entspringt.
Rémy selbst ist ein zurückhaltender Mensch, grosser Trubel ist nicht seine Welt. Als wir ihm einmal sagten, dass man seine Website kaum finde, meinte er nur trocken, das sei eigentlich ganz gut so, genau so, wie er es mag. Es ist diese Episode, die ihn wohl am treffendsten beschreibt: Rémy sucht nicht das Rampenlicht, er sucht die Arbeit in den Reben, die stille Auseinandersetzung mit seinem Terroir. Wer ihn besucht, merkt schnell, dass er sich Zeit lässt, bis er sich öffnet. Doch sobald man gemeinsam seine Grundweine degustiert und er zu erklären beginnt, welche Schritte er für welche Cuvée gewählt hat, blüht er regelrecht auf. Es ist ein Moment, in dem seine Zurückhaltung einer echten Leidenschaft weicht, leise, aber spürbar.
Genau wie Rémy selbst brauchen auch seine Weine Zeit, um sich zu zeigen. Je länger man ihnen das Atmen erlaubt, desto tiefer taucht man ein in die unverwechselbare Aromatik seines Pinot Meunier, einer Rebsorte, die in seinen Händen ihren Meister gefunden hat. Es ist ein Champagner, der sich nicht sofort erschliesst, sondern der mit jeder Minute im Glas mehr von sich preisgibt, ganz so, wie es Rémy im persönlichen Gespräch auch tut.
Für uns bei Gaston & Suzette ist Rémy Lequeux-Mercier ein Haus, das die stille Kraft der Zurückhaltung eindrücklich zeigt. Es ist kein lautes Auftreten, das hier überzeugt, sondern die Konsequenz eines Winzers, der genau weiss, was er will, und der bereit ist, dafür die nötige Zeit zu investieren, in den Reben, im Keller und im Umgang mit den Menschen, die seinen Champagner schätzen. Wer eine Flasche von Rémy öffnet, sollte sich ebenfalls Zeit nehmen: für den ersten Schluck, für das langsame Erwachen der Aromen und für die Entdeckung eines Pinot Meunier, der in aller Stille Grosses vollbringt.
Details
- Rebflächen: 7 Hektaren, auf 25 Parzellen
- Zertifizierung: HVE,VDC
- Biologisch hergestellt: Nein
- Presse: Bucher
- Herbizide: Nein
- Pestizide: Nein


