Suzette empfiehlt: Les Ruelles – mein Allzeit-Favorit für den Herbst

Suzette
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Der Oktober zeigt sich von seiner kühleren Seite. Die Morgen sind neblig, die Abende gehören wieder dem gedeckten Tisch. Für meine Oktober-Empfehlung habe ich deshalb nicht lange gesucht, sondern zu einem Champagner gegriffen, den ich seit Jahren liebe: Les Ruelles von Gounel-Lassalle. Perfekt ausbalanciert, reich in der Aromatik und mit einer Mineralität, die mich jedes Mal aufs Neue begeistert.

Der Winzer

Chigny-les-Roses liegt im Herzen der Montagne de Reims, ein Premier-Cru-Dorf zwischen Reims und Épernay. Seit 1870 ist die Familie Gounel hier mit dem Rebbau verbunden. Heute führen Arnaud Gounel, die vierte Generation, und seine Frau Sophie Lassalle das Haus. Lange lieferten sie ihre Trauben an die Genossenschaft, 2018 bauten sie ihren eigenen Keller. Seither entstehen Champagner mit einer ganz eigenen Handschrift: präzise, lebendig und eng mit dem Boden verbunden. Auf 5 Hektar in 29 Parzellen arbeiten sie nach HVE und VDC, seit 2021 läuft die Umstellung auf biologischen Anbau.

Die Parzelle

Les Ruelles heisst übersetzt «die Gassen». Die Parzelle gehörte schon Arnauds Urgrosseltern, liegt perfekt exponiert und ist mit Chardonnay bepflanzt. Der Boden ist ein Mosaik aus Kalkstein, Tonkalk, Sand und Feuerstein, und genau das schmeckt man später im Glas.

Arnaud baut den Wein in grossen und kleinen Eichenfässern aus, die malolaktische Gärung bleibt blockiert. So bewahrt der Champagner seine straffe Frische. Mindestens drei Jahre reift er auf der Hefe, eine Dosage bekommt er nicht. Gerade einmal 1061 Flaschen sind entstanden.

Les Ruelles

CHF 109.00

100 % Chardonnay, Chigny-les-Roses, Parzelle der Urgrosseltern. Fassausbau. Brut Nature.

Anis, Menthol, Zitrus – mit Luft: Quitte, weisser Pfirsich, Mandel, Lakritze. Am Gaumen: straff, zitrusfrisch, langer Kreideabgang.

Der Chardonnay von Chigny-les-Roses: kein klassisches Blanc de Blancs, sondern eine Cuvée mit eigener Handschrift.

12 vorrätig

Im Glas

Les Ruelles leuchtet grüngelb mit satiniertem Glanz. In der Nase zeigen sich zuerst Anis, Menthol, Zitronen- und Limettenzeste, darunter eine frische, fast kühle Mineralität. Mit etwas Luft öffnet er sich zu Quitte, weissem Pfirsich und frischer Mandel, dazu kommen ein Hauch Pfeffer und Lakritze.

Am Gaumen ist er straff und zitrusfrisch, zugleich voller Frucht und Würze. Der Abgang ist lang, kalkig und salzig. Die Winzer sagen dazu: «C’est un Chardonnay qui pinote», ein Chardonnay, der die Fülle eines Pinot Noir in sich trägt. Für mich liegt genau darin sein Zauber: Kraft und Eleganz halten sich die Waage, kein Element drängt sich vor.

Am Tisch

Zum Apéro braucht Les Ruelles nicht viel: ein Stück reifer Greyerzer, etwas frisches Brot, fertig. Die Salzigkeit des Käses und die Kreide im Abgang finden sich sofort.

Richtig schön wird es beim Essen. Eine Forelle mit Salzkartoffeln und brauner Butter ist für mich die perfekte Begleitung: Die Zitrusfrische hebt den Fisch, die Mineralität hält alles leicht. Wer es herbstlicher mag, stellt ein Kalbsgulasch auf den Tisch. Hier zeigt der Champagner, wie viel Fülle und Würze in ihm steckt, ohne je schwer zu werden.

Mein Tipp

Serviere Les Ruelles bei 8–10 °C in einem Weissweinglas statt in der Flöte und gib ihm ein paar Minuten. Mit jedem Schwenk zeigt er eine neue Facette, vom ersten Zitrusduft bis zur kandierten Frucht am Schluss.

Es ist für uns jedes Mal ein besonderer Moment, eine Flasche Les Ruelles zu öffnen. Bei nur 1061 Flaschen lohnt es sich, nicht zu lange zu warten. I love it, und ich hoffe, du bald auch. Santé!

Autor

Suzette

Experte für exklusive Champagner-Kultur, Terroir und Genuss-Geschichten.

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