Die Ernte 2026: ein Jahr der Extreme

Suzette
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Frost im Frühling, Hitze im Sommer, Erntebeginn im August. Wer Geduld hatte, wurde belohnt.

Die Ernte 2026 war in der Champagne in vielerlei Hinsicht ein Rekordjahr, leider nicht nur zum Besten. Wie sie ausfiel, hing stark von der Region ab.

Der Frost im Frühjahr
Besonders hart getroffen hat es die Côte des Blancs, die tiefen Lagen und ganz besonders die Aube. Dort führte der Frost zu Ernteausfällen von 90 bis 95 Prozent, mancherorts sogar zum Totalverlust. Für die betroffenen Winzerfamilien ist das bitter.

Hitze und Trockenheit
Die übrigen Regionen litten unter starker Hitze und wenig bis gar keinem Niederschlag. Das hatte zwei Seiten. Die Reben blieben ausgesprochen gesund, ausser etwas Oidium gab es keine Krankheiten, und die Trauben waren von hervorragender Qualität. Die Menge blieb dafür klein, besonders dort, wo im Frühjahr der Frost zugeschlagen hatte.

Zu Besuch bei unseren Winzern
Bei unseren Besuchen haben wir ein sehr unterschiedliches Bild gesehen. Bei Le Gallais Boursault fiel die Ernte wunderbar aus. Das Haus profitiert von seiner Nordseite: Je heisser das Jahr, desto besser der Champagner und desto leichter der Weg dorthin. Anderswo hatte die Hitze den Trauben dagegen fast schon zu stark zugesetzt.

Eine Lese schon im August
Rekordverdächtig war auch der Zeitpunkt. Vielerorts begann die Lese bereits am 6. August, gut einen Monat früher als üblich. Der Grund für die Eile war das Zuckerpotenzial, das schon bei 14,5 Volumenprozent lag. In der Champagne ist das undenkbar, denn in der Flasche sollen es 11,5 bis 12,5 Volumenprozent sein. Entsprechend gestresst wurde vielerorts gelesen.

Geduld zahlt sich aus
Wer abwarten konnte, wurde belohnt. Die Säure, die wir im Champagner so dringend brauchen, entwickelte sich zum Ende hin doch noch. Dazu kam der Mondzyklus: Der Vollmond fiel auf das Ende des Augusts, und man sagt, dass sich die Frucht in dieser Phase kaum mehr verändert. Bei den Winzern, die spät lasen, konnten wir genau das beobachten. Der Alkoholgehalt sank eher, die Säure stieg.

Die Säure macht den Champagner aus, und deshalb werden aus diesem Jahr ganz sicher spannende Weine entstehen. Wir sind gespannt auf den Jahrgang 2026. Aber dafür brauchen wir noch etwas Geduld… Bis dahin haben wir aber natürlich andere tolle Jahrgänge.

Autor

Suzette

Experte für exklusive Champagner-Kultur, Terroir und Genuss-Geschichten.

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